HAUS DER ZUKUNFT

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26.01.18
Environmental Justice Foundation (EJF)
EU muss Rechte der Klimaflüchtlinge anerkennen

Die Environmental Justice Foundation ruft die internationale Gemeinschaft – und insbesondere die EU – auf, neue rechtliche Definitionen für Klimaflüchtlinge aufzustellen und ein neues, verbindliches Übereinkommen für besseren Schutz und stärkere Rechte zu verabschieden. EJF startete dazu bereits im November 2017 eine Kampagne, um die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels aufzuzeigen, die schon jetzt Menschen aus ihrer Heimat vertreiben. Für diese Klimaflüchtlinge verlangen wir im Rahmen unserer neuen Kampagne rechtlichen Schutz.

EJF setzt sich ein für eine Form der Klimagerechtigkeit, die die Einhaltung der Menschenrechte respektiert, auf die Nöte der Menschen eingeht und die Schutzbedürfnisse von Frauen und Kindern würdigt. Durch enge Zusammenarbeit müssen die Staats- und Regierungschefs Mechanismen schaffen, die Klimaflüchtlingen nachhaltigen Schutz bieten.

In einem Jahr immer neuer Temperaturrekorde, Stürme, Waldbrände und Dürren ist selbst die USA, eines der am besten entwickelten Länder, nicht vor den Folgen des durch den Menschen verursachten Klimawandels sicher. Tausende wurden jüngst durch Wirbelstürme und zerstörerische Waldbrände vertrieben.

Am schlimmsten betroffen sind allzu oft jedoch die ärmsten Menschen, die keinen Schutz genießen, keine Stimme haben und am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben – wie jene Menschen, die EJF vor Kurzem in küstennahen Regionen in Bangladesch traf. Die Staats- und Regierungschefs der EU haben die Möglichkeit, die Anerkennung und den Schutz von Klimaflüchtlingen auf die Agenda zu setzen und sich für globale Maßnahmen einzusetzen.

EJF hat die Rolle des Klimawandels als ‚Multiplikator von Bedrohungen’ in einem neuen Report untersucht, der zumindest ein weiterer Antreiber für gewalttätige Konflikte geworden ist. Eine Dürre mit Ausmaßen, die nur alle 900 Jahre auftreten, führte in Syrien dazu, dass Bauern ihre Nutztiere und ihre Existenzgrundlage verloren. Die Dürre hatte eine Nahrungsmittelknappheit zur Folge, während das katastrophale Versagen des Assad-Regimes bei der Eindämmung dieser Krise zur Verzweiflung und Wut beitrug, die sich gegen das Regime entlud und ein Grund war für den Ausbruch des mittlerweile sieben Jahre andauernden Konflikts. Bereits bevor der erste Schuss fiel, waren bereits eine Millionen Syrer auf der Flucht.

Im von EJF produzierten Kurzfilm Beyond Borders untersuchen ehemalige Beamte und Berater für Sicherheitspolitik die Rolle des Klimawandels als zukünftigen Antreiber für massive Wanderungsbewegungen und Konflikte. Der Film zeigt Aussagen des ehemaligen Beraters für Klimafragen und Energiesicherheit der britischen Regierung, Sir David King, von Brigadegeneral (a. D.) Stephen A. Cheney der US-Marines oder von Rear Admiral (a. D.) David W. Titley der US Navy:

EJF-Direktor Steve Trent betont: „Die Aufgabe, vor der wir stehen, ist komplex. Der Klimawandel ist eine unvorhersehbare Komponente, die, wenn man bestehende soziale, wirtschaftliche und politische Spannungen einrechnet, das Potenzial hat, Gewalt und Konflikte mit desaströsen Folgen auszulösen. In einer Zeit, in der die Welt immer schnelleren Veränderungen ausgesetzt ist, muss der Klimawandel dringende Priorität genießen – gerade durch sein Potenzial, gewalttätige Konflikte und Massenmigration auszulösen.“

Sofortige Klimaschutzmaßnahmen sind der beste Weg, um bedrohte Gemeinden zu schützen. Unterstützen Sie uns bei unserem Aufruf an die Staats- und Regierungschefs, gegen die Folgen des Klimawandels aktiv zu werden und die Rechte der Klimaflüchtlinge anzuerkennen.

Kontakt:

Environmental Justice Foundation
(EJF) im HAUS DER ZUKUNFT
Osterstr. 58, 20259 Hamburg
Telefon: 040 - 228 64 929
Twitter: @EJF_de

Sebastian Buschmann (Campaigner)
sebastian.buschmann@ejfoundation.org

Georg Werner (Campaigner)
georg.werner@ejfoundation.org

Weitere Informationen zu unseren Kampagnen sowie Berichte und Videos unserer Arbeit finden Sie auf unserer Webseite: www.ejfoundation.org